Leitung/ Regie:
Elke Utermöhlen, Martin Slawig (www.blackhole-factory.com)
SchauspielerInnen:
Frank Dettmer, Jacqueline Harborth, Frank Harborth, Francesco Zanotti, Arno Thoms, Reinhard Dittrich, Werner Speitling
Das Theater im Glashaus (TiG) ist ein Projekt der Lebenshilfe Braunschweig. Es besteht seit Herbst 2001 und wird geleitet von Elke Utermöhlen und Martin Slawig.
Zur Zeit sind im TiG neun SchauspielerInnen im Alter von 27 – 66 Jahren aktiv, die meisten von ihnen seit Gründung der Gruppe.
Das Theater im Glashaus wurde aufgebaut, um künstlerisch begabten Menschen mit geistiger Behinderung die Teilnahme am Kulturleben zu ermöglichen und einen Ort zu schaffen, an dem sie eigene Fähigkeiten in der darstellenden Kunst erproben, weiterentwickeln und dem Publikum vorstellen können. Inzwischen hat die Gruppe ihre eigene Arbeitsmethode entwickelt, die ihre Produktionen unverwechselbar macht. Behinderung ist für TiG kein Hinderungsgrund, interessantes Theater zu machen. TiG ist nicht Therapie, sondern Auseinandersetzung mit und Produktion von moderner darstellender Kunst.
Seit 2010 arbeitet TiG im Theaterhaus Kunstmühle in Braunschweig, das die Gruppe zusammen mit blackhole-factory und der artblau Tanzwerkstatt führt. Dort verfügt die Gruppe neben Büro und Probenraum auch über einen Veranstaltungsort.
Zielgruppe ist zunächst das Theaterpublikum in Braunschweig und anderen Städten. Kunstinteressiertes Publikum und Menschen, die sich für Medien auf der Bühne interessieren. Publikum, das sich für Kunst von Behinderten Menschen interessiert. Menschen mit Behinderung erschliesst das Theater neue Perspektiven attraktiver Freizeitgestaltung, motiviert zur Auseinandersetzung mit dem Thema Theater und bietet die Möglichkeit zur Identifikation mit den ebenfalls behinderten SchauspielerInnen und ihrer Leistung. Vor allem aber ist es uns im Sinne der Teilhabe an der Gesellschaft wichtig, die Arbeit in der allgemeinen Kulturszene zu integrieren, Gelegenheit zur Begegnung und zum Austausch von Behinderten und Nichtbehinderten zu bieten und die darstellerischen Fähigkeiten der Gruppe einem Personenkreis zu erschliessen, der sich nicht ausschliesslich für die Belange behinderter Menschen interessiert.
Theater im Glashaus ist Theater und Performance mit digitalen Medien und Bühnenobjekten, mit Projektionen, Cameras, Sensoren, Mikrophonen etc. Dies ist ein Alleinstellungsmerkmal für die Gruppe unter den Künstlern mit Behinderung, aber auch eine Besonderheit im freien Theater allgemein. Diese Arbeitsweise bringt TiG grosse Resonanz und die Aufmerksamkeit vieler Kollegen aus den professionellen Theatern, von Theaterwissenschaftlern und Medienkünstlern. So entsteht wiederum die Möglichkeit, TiG weiter in der Kulturszene zu verankern, für die Gruppe zumindest zeitweise eine Teilhabe am Gesellschaftlichen, kulturellen Leben. TiG wird nicht nur deshalb sehr aufmerksam beobachtet, weil die SchauspielerInnen eine geistige Behinderung haben. Theater im Glashaus ist interessant, weil es ungewöhnliche Themen mit modernen Mitteln aufgreift und mit einer eigenständigen Erzähltechnik vorstellt.
Der Name:
Theater im Glashaus entstand durch den ersten Spielort der Gruppe. Die Lebenshilfe Braunschweig besitzt auf dem Gelände der Wohngruppe Mittelweg 67 ein umgebautes Gewächshaus, das lange von der Theatergruppe als Proben- und Aufführungsort genutzt wurde. Nach dem Umzug in den Hauptbahnhof wurde der Name beibehalten, aber mit TiG abgekürzt.
Bisherige Förderer und Kooperationspartner:
Aktion Mensch, Stadt Braunschweig, Land Niedersachsen (LAG Soziokultur + Ministerium für Wissenschaft und Kultur), Stiftung Lebenshilfe Braunschweig, Lebenshilfe e.V., Braunschweigische Landschaft e. V., Niedersächsische Lottostiftung, PHÆNO Wolfsburg, Stadt der Wissenschaft 2007, LOT-Theater
Spielorte:
Das Glashaus der Lebenshilfe in Braunschweig
LOT-Theater
Theater Fadenschein
PHÆNO – Wissenschaftstheater in Wolfsburg
Citypoint Braunschweig
Roter Saal, Braunschweig
ehemalige Öffentliche Bücherei, Braunschweig
ehemaliger Supermarkt, Atrium Center, Braunschweig
Stadttheater Lüneburg
Kulturfabrik Löseke Hildesheim
Theaterhaus Kunstmühle, Braunschweig
Hallenbad Wolfsburg
File Festival Sao Paulo, Brasilien
Metropolitan University London, Großbritannien
University of the Arts London, Großbritannien
Ponec Theater Prag, Tschechische Republik
TIG – Produktionen seit 2001
| 2001/ 2002 | Fantasien und Einbildungen auf Bahnhöfen eine Szenencollage mit 12 alten Koffern |
| 2003 | Begegnung im freien Fall Theaterstück: Experimente mit Video und Klangobjekten vor dem Hintergrund einiger Bildideen aus “Alice im Wunderland”. |
| 2004/ 2005 | Party auf der Bounty Theater mit Medien über das Leben in betreuten Wohnsituationen |
| 2005 | Zu Hause – eine Installation, die sich auf „Party auf der Bounty“ stützt und weitergehend Wohnsituationen und Leben in betreuten Situationen dokumentiert. |
| 2006 | Weltmeister! Theaterstück : Erfolg , Verantwortung und Team-arbeit, oder: „wie kommen wir an den Pokal?“ |
| 2006 | Weltmeister! Ein Kurzspielfilm |
| 2007 | Science Fiction – Am Rande der Unendlichkeit Theater und Wissenschaft oder: „Wie kommt das Wasser auf den Mars?“ Kooperation mit PHÆNO Wolfsburg |
| 2008 – 2010 | Entwicklung der Trilogie Von Sinnen über die Wahrnehmungsfelder Hören, Sehen und Fühlen |
| 2008 | Von Sinnen 1 – mit offenen Ohren Theaterstück über das Wahrnehmungsfeld Hören |
| 2009 | S O N G Videofilm von David Bickerstaff und blackhole-factory mit Theater im Glashaus |
| 2009 | Von Sinnen 2 ::: Calibans Insel ein Theaterstück nach Motiven aus ‘Der Sturm’ von William Shakespeare |
| 2010 | Von Sinnen 3 ::: Chili und Samt die Ballade von Isis und Osiris |
| 2010 | TiG – die Band Konzertprogramm |
| 2011 | das Haus im Wald ein grimmiges Märchen |
Mit „Science Fiction“ ist die Gruppe erstmals in die Lage gekommen, einige Gastspielen in Braunschweig und im PHAENO in Wolfsburg zu geben.
2008 war TiG beim Theaterfestival LH50 der Lebenshilfe Lüneburg zu Gast und im Februar 2009 wurde das Stück noch einmal im Rahmen der PHAENOMENALE, dem Medienkunstfestival des PHAENO in Wolfsburg gezeigt.
Der Film SONG hatte 2009 Premiere auf dem internationalen Medienkunstfestival FILE in Sao Paulo und wurde 2010 beim Videofestival der University of the Arts London, Wimbledon gezeigt.
2010 war TiG Gastgeber des internationalen Theaterfestivals Handicap Null