Wo ist eigentlich Odysseus?

Fotos: Klaus G. Kohn

 

Seit Homer seine Heldengesänge schrieb sind Jahrtausende vergangen und noch immer vergleicht man Irrfahrten über Land und Meer, aber auch verschlungene Lebenswege und abenteuerliche Umstände, die die Irrfahrer vor schwierige und gefährliche Aufgaben stellen mit den Geschichten über Odysseus. Heldenhaft hat man den Wirrungen zu begegnen, um bei günstigem Ausgang von einer bestandenen Odyssee erzählen zu können.

Für TiG bieten die Abenteuer des Odysseus perfekte Ausgangsthemen um über Heimat und Fremdsein, über das Dazugehören und das Ausgeschlossen Sein nachzudenken. Die aktuellen Flüchtlingsströme und damit auch die Begegnung mit Menschen die eine neue Heimat suchen bewegen das Theaterensemble sehr, dessen Mitglieder viel zum Thema Toleranz, Akzeptanz und Inklusion zu sagen haben.
Persönliche Geschichten verbinden sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen und werden zu einer Szenenfolge über eine wagemutige Reise.

TiG fragt „Wo ist eigentlich Odysseus?“ und erzählt die Geschichte aus der Sichtweise seiner Frau Penelope, die 20 Jahre lang zu Hause in Ithaka auf ihn wartete und auf seine Rückkehr hoffte.
Man sieht sie, wie sie vor einem riesigen Wandteppich immer neue Bilder erscheinen und wieder vergehen lässt. Hier werden ihre Träume und Visionen eingewebt, wie auch Gerüchte und Nachrichten, die ihr ein Bote (Hermes) regelmäßig überbringt.
Die Frage bleibt, ob Odysseus zurückkehrt oder im Nebel der Zeit verloren gegangen ist…

Das Stück spielt in einer Bühneneinrichtung, die es den Schauspielern ermöglicht, Videobilder von Riesen und Göttern und von Reisen durch die Unterwelt live durch Aktivitäten im Raum entstehen zu lassen und zu verändern. Die Bilder legen sich wie ein Schleier über die Handlungen und werden zum zusätzlichen Mitspieler. In dem elektronisch erweiterten Bühnenraum werden die Heldenlieder mit modernen Übersetzungen und abstrahierenden Bildern vermischt. Die Gruppe hat dazu eselbst die Musik entwickelt und die Szenen mit live gespielten eigenen Songs untermalt.

Im TiG-Ensemble sind: Cinderella von Bandel, Frank Dettmer, Reinhard Dittrich, Meike Ehlers, Frank Harborth, Sonja Heydenbluth, Werner Speitling, Francesco Zanotti

Regie: Elke Utermöhlen und Martin Slawig

Premiere: 21.10.2016 im Studio_A, Kunstm%